( MY STORY )
Reizvolle Kunst, die Fotografie Radikalisiert
Mein gestalterischer Hintergrund liegt im Goldschmiedehandwerk. Präzision, Material und die Auseinandersetzung mit Form haben meinen Anfang geprägt. Später wurde das radikale Gegenteil zu einer weiteren Facette meiner Arbeit: von der Architektur des goldglänzenden Ringes hin zur realen Momentaufnahme auf dem Weg durch Städte und Orte. Raus aus der polierten Miniatur, hin zu groben Borstenpinseln, satten reinen Farben und kräftigen malerischen Wutausbrüchen.
Fotografieren war für mich zunächst eine Möglichkeit, Orte und Situationen festzuhalten. Mit der Zeit wurden ausgewählte Aufnahmen zum Ausgangsmaterial für meine Bilder. Mich interessiert dabei weniger die möglichst genaue Wiedergabe einer Szene als das Spannungsverhältnis zwischen der Geometrie der Gebäude und den fraktalen Strukturen der überlagernden Bäume. Bauwerk und Natur sind darin für mich wie Yin und Yang.
Wenn ich die Motive später falte, überstreiche, bespachtle oder Situationen entstehen lasse, die zunächst vertraut wirken, es aber nicht wirklich sind, bleibt mir dieses Gleichgewicht zwischen Natur und Menschengemachtem wichtig und erstrebenswert.
Durch diesen Prozess entstehen Bilder voller Farbeuphorie. Gerade die grobe Bearbeitung eröffnet dabei eine zusätzliche Ebene: Der vermeintlich radikale Eingriff zerstört das Oberflächliche, legt für mich aber etwas Wesentlicheres frei – das künstlerische Gefühl für einen besonderen Ort.


( My Workflow )
Wie ich arbeite
Viele meiner Arbeiten beginnen mit einer Fotografie. Ich bearbeite und drucke sie, forme das Papier und erzeuge gezielt Falten und Aufwerfungen, bevor ich mit Acrylfarbe weiterarbeite. Die Falten sind dabei kein dekorativer Effekt. Sie verändern das Motiv tatsächlich: Linien brechen, Flächen verschieben sich und räumliche Situationen werden uneindeutig.
Beim Malen arbeite ich bewusst direkt und kräftig. Mich interessiert der Gegensatz zwischen der detailbehafteten Fotografie, dem unberechenbaren Verschieben und Auffalten des Papiers und dem groben, ungezügelten, fast rabiaten malerischen Eingriff, der ohne Rücksicht über die darunter liegenden Details hinweggeht. Erst wenn genügend Realität vernichtet wurde, entsteht die Spannung zwischen Fotografie, Papier und malerischer Destruktion.
In neueren Arbeiten kommen zunehmend Elemente hinzu, die ursprünglich nicht zur fotografierten Szene gehören. Gerade diese oft nicht sofort erkennbaren Anomalien interessieren mich, weil eine zunächst vertraute, alltägliche Szene dadurch plötzlich eine andere Geschichte erzählen kann.
( My Quality )
Haltbarkeit Mixed Media Werke
Meine Arbeiten entstehen auf archivfestem, matt gestrichenem Fine-Art-Papier mit hochwertigen Pigmenttinten. Der Druck wird auf Leinwand kaschiert und anschließend mit lichtechten Acrylfarben von Amsterdam, Schmincke Akademie oder Lascaux malerisch überarbeitet.
Die verwendeten Materialien sind auf hohe Alterungs- und Lichtbeständigkeit ausgelegt. Eine meiner ersten Arbeiten aus dem Jahr 2008 hängt bis heute in einem meiner Räume, für mich sind daran keine sichtbaren Veränderungen von Farbe oder Oberfläche festzustellen.
